Aktuelles aus dem Weinberg

Juni:

 

Jetzt geht´s los. Ein starkes Wachstum der Fruchtruten an welchen schon die Gescheine sichtbar sind aus denen sich dann die Trauben entwickeln hat begonnen. Der Winzer ist nun bestrebt die Reben in Form zu bringen. Sollten aus einem Auge 2 Triebe gewachsen sein, so wird einer davon entfernt um das Wachstum der Fruchtrute zu fördern. Weiterhin werden Auswüchse, welche am Rebstamm herauswachsen und nicht zum Ausbilden von Trauben dienen, von Hand ausgebrochen, das sogenannte „Stämmleputzen“. Dies dient damit ebenfalls der Konzentration aller Kraft auf die Triebe, welche die Trauben tragen.

Haben nun die Fruchtruten eine gewisse Länge erreicht werden sie eingeschlauft. Das heißt sie werden im Drahtrahmen zwischen die 2 Drähte gesteckt. Würde dies unterlassen werden, dann würden die Ruten irgendwann in die Gänge hereinwachsen und die Arbeit erschweren. Zum einen wäre dies beim Ausbringen des Pflanzenschutzes hinderlich, zum anderen könnten diese Ruten auch bei starkem Wind abbrechen.

Im Laufe des Monats wird dann auch die Blüte erfolgen. Während dieser Zeit bedarf es allerdings keiner Insekten, um für die Befruchtung zu sorgen. Wein ist ein Selbstbefruchter, so dass bereits ein wenig Wind ausreicht. Aber bitte nicht zu viel Wind, wenn möglich auch keinen Regen oder extreme Temperaturen. Die unscheinbare Weinblüte, die aus den Gescheinen hervorgeht, ist nämlich ein außerordentliches Sensibelchen. Gehen die Blüten verloren und werden weniger befruchtet, so wachsen auch weniger Trauben heran. Bezeichnenderweise nennt man im Weinbau diesen Verlust der Weinblüten „Verrieseln“.

 

Selbstbefruchtung:
Mit dem Blühen springt die Schutzkappe ab, und es erscheinen fünf Staubgefäße mit dem Stempel. Das war schon alles! Die Rebe bestäubt sich selbst, was mit diesem Aufspringen geschieht.

 

Anhand der Weinblüte lässt sich grob auch der Erntezeitpunkt abschätzen. Je nach Witterung vergehen etwa 100 Tage von der Blüte bis zur Lese.

 

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